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Maria Lorden

Was bleibt ...

 

Liebe Steffi,

ich muss dir etwas sagen: In deinem Podcast sitzen keine gewöhnlichen Frauen. Dort sitzen Kämpferinnen. Frauen, die tragen, was kaum jemand sieht. Frauen, die um ihre Gesundheit kämpfen, um ihr Glück, um ihre Liebe, um ihren inneren Frieden. Und du gibst ihnen einen Ort, an dem all das endlich ausgesprochen werden darf.

Darauf kannst du stolz sein.

Du darfst stolz darauf sein, solchen Frauen zu begegnen. Stolz darauf, dass sie dir ihre Geschichte anvertrauen. Und stolz darauf, dass du mit deinem Herzen zuhörst. Denn auch wenn dich manche Gespräche mehr mitnehmen als andere, gehst du am Ende oft mit etwas Wertvollem nach Hause: mit Dankbarkeit, mit Demut und mit dem Gefühl, dass genau solche Begegnungen zählen.

Bei Maria ist dir das noch einmal ganz besonders bewusst geworden.

Wie schnell wir durch unser Leben rennen. Wie oft wir verschieben, auf später legen, abwägen, planen und dabei vergessen, dass das Leben nicht nur aus Pflicht bestehen darf. Dass Freude nicht irgendwann kommen sollte, sondern jetzt stattfinden muss. Dass schöne Momente nicht warten, bis wir Zeit haben, sondern dass wir sie uns nehmen müssen.

Maria lebt mit palliativem Lungenkrebs. Nicht heilbar. Und das mit 41 Jahren. Mit einer Tochter an ihrer Seite, die sie weitestgehend alleine großzieht. Und trotzdem spricht aus ihr nicht nur Schmerz, sondern auch eine unglaubliche Kraft. Der Wunsch, jeden einzelnen Tag zu nutzen. Zu reisen. Zu erleben. Zu fühlen. Nicht nur zu überleben, sondern zu leben.

Sie kämpft nicht nur gegen ihre Krankheit. Sie kämpft für Zeit. Für Erinnerungen. Für Augenblicke, die bleiben. Für all das, was man nicht kaufen kann und erst dann wirklich versteht, wenn man spürt, wie kostbar es ist.

Und vielleicht ist genau das die stille Wahrheit, die aus diesem Gespräch geblieben ist:
Dass wir das Leben viel zu oft behandeln, als wäre unendlich viel davon da.

Dabei sind es am Ende nicht die perfekt erledigten Aufgaben, die uns tragen.
Es sind die Menschen.
Die gemeinsamen Stunden.
Das Lachen.
Die Reisen.
Die Nähe.
Die Erinnerungen.

Vielleicht sollten wir alle ein bisschen mehr so leben.
Nicht leichtsinnig. Aber bewusster.
Nicht schneller. Sondern echter.
Nicht später. Sondern jetzt.

Und Steffi, auch du solltest dir das mitnehmen.

Lass die Arbeit manchmal einfach Arbeit sein. Nicht immer funktionieren. Nicht immer nur weitermachen. Gönn dir Pausen. Gönn dir Leben. Schaffe dir Erinnerungen, die größer sind als jeder Termin im Kalender. Momente, die nicht vergehen, sondern bleiben.

Momente für die Ewigkeit.

Deine Steffi