
Was bleibt – Du gehst weiter, obwohl es wehtut.
9. März 2026
Was bleibt – Du gehst weiter, obwohl es wehtut.
9. März 2026
Cindy Dittrich Teil 2
Was bleibt ...
Liebe Steffi,
heute ist Cindy wieder bei dir im Studio. Und diesmal liegt etwas in der Luft, das man nicht planen kann: dieses Gefühl von „Jetzt geht es ans Eingemachte“. Ausbrechen. Verarbeiten. Nicht als schöne Worte, sondern als echte Arbeit, die niemand sieht.
Diese Folge hat dich an dein eigenes Verarbeiten erinnert. An diese Fahrten zur Therapeutin. An Gespräche, die dich müde gemacht haben, weil sie ehrlich waren. An dieses Reden mit anderen Menschen, das manchmal wie ein Rettungsring ist und manchmal wie ein Spiegel, in den man erst mal nicht schauen will. Cindy nennt es Dämonen. Du hast es Gedanken genannt. Am Ende ist es dasselbe: etwas in dir, das laut wird, wenn es still wird.
Und du kennst diese Stille. Du kennst den Punkt, an dem es nicht mehr nur schwer ist, sondern gefährlich. Das Verarbeiten des Selbstmordversuches. Und dann die zweite Wunde: die Menschen, die urteilen. Die gehen. Die so tun, als wäre das ein Makel, statt ein Schrei nach Hilfe. Das ist hart. Und das bleibt lange im System, selbst wenn man „weiter funktioniert“.
Und dann war da Snoopy. Dein Hund. Der eine Gedanke, der dich zurückgeholt hat, als alles andere schon dunkel war: Was wäre ohne dich? Nicht als Kitsch. Sondern als letzte, klare Verbindung zur Welt. Und dann kamen deine Familie, die Schuld, die sie tragen würde, und dein Mann, der dich liebt. Diese Kette aus Liebe, die manchmal das Einzige ist, was einen hält, wenn man sich selbst nicht mehr halten kann.
Als Cindy von Schattenarbeit erzählt hat, hast du gemerkt, wie viel Kraft echte Veränderung kostet. Keine Insta-Version von Heilung, sondern dieses zähe Dranbleiben. Und während sie erzählt, suchst du in dir nach dem, was vielleicht noch offen ist. Nicht, weil du zurück willst, sondern weil du spürst: Da gibt es noch Ecken, die man nicht ignorieren kann, wenn man wirklich frei sein will.
Was mich an euch beiden berührt, ist nicht, dass ihr „stark“ seid. Sondern dass ihr bereit seid, ehrlich zu sein. Cindy mit ihren Büchern. Du mit deinem Podcast. Zwei Wege, aber das gleiche Ziel: Frauen zu zeigen, dass es geht. Dass sie nicht kaputt sind, nur weil es weh tut. Dass sie Dinge bewegen können, auch wenn es am Anfang nur ein Funke ist. Und ja: Manchmal werden Kieselsteine zu Bergen. Aber Berge sind nicht unbeweglich. Nicht, wenn man Geduld hat. Nicht, wenn man nicht allein bleibt.
Du bist heute im Interview wieder über dich hinausgewachsen. Nicht, weil du perfekt warst, sondern weil du dich gezeigt hast. Und das ist schwerer als jede „gute Performance“. Hör auf, dir Angst einzureden. Hör auf, dich vorher klein zu machen. Tu es einfach. Du hast längst bewiesen, dass du es kannst.
Und dann dieses spontane Thema Mobbing. Auch da habt ihr beide dieselbe Misere durchgestanden. Und genau daraus kann etwas entstehen, das bei anderen etwas ins Rollen bringt. Nicht als Ratgeber-Gelaber, sondern als echtes „Ich kenne das, und du bist nicht allein.“
Seid stolz auf euch. Nicht im lauten Sinne. Sondern in diesem stillen, stabilen Sinne: Wir machen weiter. Wir sagen die Wahrheit. Wir geben anderen einen Halt, den wir selbst damals gebraucht hätten.
Deine Steffi

